Studierende von hinten während einer Vorlesung
Foto: Fabian Roelen

Der Master in Epidemiologie

Der weiterbildende Studiengang an der Berlin School of Public Health vermittelt vertiefende Forschungsmethoden, Kenntnisse und Fertigkeiten in Epidemiologie. Unsere Absolventen und Absolventinnen sind in der Lage, in verantwortlicher Position in

  • Forschungseinrichtungen,
  • Unternehmen oder
  • öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens

epidemiologische beziehungsweise klinische Studien zu planen, durchzuführen, auszuwerten und zu präsentieren.

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Der Masterstudiengang Epidemiologie

  • Weiterbildende Masterstudiengänge richten sich an Absolvierende mit einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss und qualifizierter Berufserfahrung.
  • Es werden folgende Lehrinhalte vermittelt: Eigenschaften der gängigen Studientypen; Theorie und Anwendungssicherheit bei Bias, Confounding und Interaktion; Scientific Writing; Grundlagen in der Planung und Anwendung von Datenbanken; Grundlagen der Wahrscheinlichkeitslogik und Erkenntnistheorie; Theorieverständnis für Verteilungen, Test-Statistiken, Signifikanztests, Regressionsmodelle und Stratifizierte Analysen, die epidemiologisch bedeutsam sind; Theorieverständnis und Anwendungssicherheit in einer Programmsprache (z.B. SAS, SPSS, STATA, etc.).
  • Das Studium wird in Modulform angeboten und umfasst 60 Leistungspunkte (ECTS) nach dem European Credit Transfer System und hat eine methodisch-wissenschaftliche Ausrichtung. 20 ECTS für die vier Pflichtmodule des Grundlagenstudiums, 20 ECTS für die vier weiterführenden Wahlpflichtmodule des Schwerpunktstudiums, und 20 ECTS für die selbständige wissenschaftliche Arbeit, die sich aus einer Projektarbeit, einer schriftlichen Masterarbeit und ihrer mündlichen Verteidigung zusammensetzt. Insgesamt müssen 10 Module absolviert werden.
  • Der Studiengang wird in Teilzeit über vier Semester absolviert. Der zeitliche Verlauf des Studiums kann entsprechend Ihren Bedürfnissen flexibel gestaltet werden. Der Studiengang beginnt jährlich Mitte Oktober und ist gebührenpflichtig (€10.200).
  • Es wird der akademische Abschluss "Master of Science Epidemiologie" verliehen.
  • Bewerbungen müssen bis zum 15. Mai des jeweiligen Jahres eingehen. Es stehen 20 Studienplätze zur Verfügung.

Was ist Epidemiologie?

Die Epidemiologie ist eine Kerndisziplin von Public Health. Sie befasst sich mit der Verteilung von Gesundheit und Krankheit in Bevölkerungen, sowie mit den Faktoren, die diese Verteilung beeinflussen. Maßgeblich spielen bei der gesundheitlichen Lage einer Bevölkerung klinische und soziale Risikofaktoren eine Rolle. Klinische Faktoren kommen aus der Medizin. Soziale Faktoren sind u.a. das Gesundheitssystem, die Versorgungsstrukturen, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und auch das individuelle Gesundheitsverhalten von Personengruppen.

In der epidemiologischen Forschung werden Daten gesammelt und mit statistischen Methoden ausgewertet um Zusammenhänge zwischen einer Exposition bzw. Risikofaktoren und einer Erkrankung bzw. Gesundheitszustand zu finden. Epidemiologie führt Methoden und Erkenntnisse aus der Medizin, Statistik, Sozial- und Naturwissenschaften zusammen und befasst sich mit der Planung, Durchführung und Auswertung von Forschungsstudien.  Epidemiologische Forschungsergebnisse bilden die wissenschaftliche Evidenz für die Planung von Public Health Interventionen.

Epidemiologie ist anwendungsorientiert. Epidemiologen erforschen praktische Aspekte von Gesundheit und Krankheit, die uns über das Individuum hinaus die Ausbreitung von Krankheiten in Bevölkerungen und Risikogruppen erkennen lassen.

Aufbau des Studiums

Das Studium setzt sich aus einem Grundlagen- und einem Schwerpunktstudium, einer Projekt- und Masterarbeit zusammen. Im Rahmen des Schwerpunktstudiums gibt es Wahlmöglichkeiten. So können beispielsweise eine mit 2,5 ECTS bewertete Summerschool, ein Seminar aus Modul 8 oder ein Seminar aus dem Master of Science Epidemiology ein Seminar aus den Modulen 5, 6, 7 oder 8 ersetzen. Detaillierte Informationen finden Sie auch in der Broschüre "Studien-und Modulbeschreibung".

Die Studierenden belegen im Verlauf von 2 Jahren die 10 Module der Studienabschnitte und sind im Durchschnitt 20 Stunden die Woche durch eine Kombination aus Präsenzzeiten und Vor- und Nachbereitungszeiten (Student Investment Time, SIT) mit dem Studiengang beschäftigt. Präsenzzeiten finden unter der Woche im Wintersemester ab 14:30 Uhr statt, so dass parallel zum Studiengang einer halbtägigen beruflichen Beschäftigung nachgegangen werden kann. Im Sommersemester gibt es die Möglichkeit, einzelne Wahlmodule auch von 9:00-13:00 Uhr bzw. 9:00 - 17:00 Uhr zu belegen. 

Einige Wahlveranstaltungen finden auch geblockt oder am Wochenende statt. Die Wochentage mit Präsenzpflicht variieren jedes Semester, je nach belegtem Modul. Die beiden Studienjahre haben jeweils 900 Stunden SIT und beinhalten keine Semesterferien im herkömmlichen Sinn. Bei Bedarf kann die Regelstudienzeit von vier Semestern weiter ausgedehnt werden.  

Alle Lehrveranstaltungen tragen Seminarcharakter und sind neben der Wissensvermittlung darauf ausgerichtet, das Zusammenwirken von Studierenden unterschiedlicher Herkunftsdisziplinen zu fördern. Der Studiengang hat eine methodisch-wissenschaftliche Ausrichtung.

Die Studiengänge der BSPH sind universitär und vom Fakultätsrat der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, dem Medizinsenat und der Senatsverwaltung Berlin verabschiedet.

Grundlagenmodule

Der Master of Science in Epidemiology beinhaltet vier Grundlagenmodule von jeweils 5 ECTS. Die Inhalte der Grundlagenmodule vermitteln methodische Kernkompetenzen.

Modul 1: Public Health Forschung

  • Quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden in den Sozialwissenschaften und Public Health
  • Phasen des Forschungsprozesses
  • Entwicklung von quantitativen und qualitativen Fragestellungen
  • Konzeptualisierung und Operationalisierung
  • quantitative und qualitative Erhebungsinstrumente und Studiendesign
  • Stichprobenziehung und Feldphase
  • Ethik und Datenschutz,
  • Datenmanagement in quantitativen und qualitativen Studien
  • Datenqualität Ergebnisdarstellung und –verwertung
  • SAS Softwareanwendungen

 Modul 2: Epidemiologie I

  • Prinzipien epidemiologischer Forschung
  • epidemiologische Arbeitsmethoden (deskriptiv, analytisch, experimentell)
  • Kriterien der Kausalität, Maßzahlen, epidemiologische Studientypen
  • Einführung in Fehlerquellen und Strategien zur Kontrolle von Confounding in epidemiologischen Studien

Modul 3: Biostatistik I

  • Deskriptive Statistik, Schätzer, Konfidenzintervalle, Wahrscheinlichkeitsrechnung, diskrete und stetige Verteilungen, statistisches Testen und Testtheorie
  • Grundlagen der Zusammenhangsanalyse: Korrelations- und Regressionsanalyse, Varianzanalyse, Stichprobenverfahren, Fallzahlschätzung
  • Methoden und Techniken der Datenpräsentation
  • Einführung in die Datenverarbeitung mit geeigneter Software

Modul 4: Epidemiologie II

  • Weiterführende Kenntnisse in Konzepten und Methoden epidemiologischer Forschung
  • vertiefende Behandlung der epidemiologischen Studientypen (Kohorten-, Fall-Kontroll-Studien, Interventionsstudien)
  • Methoden der Fehlerkontrolle (Matching, Fehlklassifikation, Selektionsbias, Confounding und Effektmaß-Modifikation)
  • Techniken der Durchführung und Qualitätssicherung

Schwerpunktmodule

Der Master of Science in Epidemiology beinhaltet vier Schwerpunktmodule von jeweils 5 ECTS. Die Inhalte der Schwerpunktmodule vermitteln weiterführende methodische Kompetenzen und Kenntnisse in spezialisierten epidemiologischen Anwendungsfeldern. Die Lehrveranstaltungen zu epidemiologischen Anwendungsfeldern im Umfang von 15 ECTS sind als Wahlpflich konzipiert, und können in Absprache mit der Studiengangskoordination aus anderen Studiengängen, an anderen Hochschulen oder im Ausland absolviert werden.

Modul 5: Biostatistik II

Vertiefte theoretische und praktische Kenntnisse in Biostatistik. Die Studierenden werden zum kritischen Hinterfragen von epidemiologischen Studien und deren Berichten befähigt. Vertiefung von:

  • Regressionsmodellen (lineare und logistische Survival-Analyse; log-rank-test; Cox und Poisson Regression)
  • weitere multivariate Modelle (Diskriminanz-analyse, Clusteranalyse, Faktorenanalyse)
  • Messfehler und fehlende Werte
  • Anwendung statistischer Methoden auf spezifische Studiendesigns
  • klinische Epidemiologie
  • Meta-analyse
  • fortgeschrittene Datenanalyse mit geeigneten Softwarepaketen

Modul 6: Angewandte Methoden der Epidemiologie

Hier werden Methodenkenntnisse intensiviert behandelt, um diese in epidemiologischen Anwendungsfeldern gezielt einzusetzen und die Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung bewerten zu können.
Jährlich findet ein wechselndes Angebot an Wahlveranstaltungen an der BSPH statt, andere können bei den Netzwerkpartnern belegt werden.

  • Evidence based Medicine (EbM)
  • Biometrie und Epidemiologie in der Arzneimittelforschung

Modul 7: Monitoring von Krankheiten

Das Modul vermittelt Methoden  der systemischen Erfassung und der Gesundheitsberichterstattung chronischer und nicht-chronischer Krankheiten und deren Anwendung in Prävention und Versorgung.

  • Molekulare Epidemiologie
  • Infektionsepidemiologie

Modul 8: Anwendungsfelder der Epidemiologie

Im Modul "Anwendungsfelder" sollen spezifische methodische Kompetenzen zur Analyse und Bewertung ausgewählter Krankheitsbilder sowie Arbeits- und Forschungsbereiche der Epidemiologie kennengelernt und intensiviert werden:

  • Herz-Kreislauf-Epidemiologie
  • Arbeitsepidemiologie
  • Diabetesepidemiologie
  • Krebsepidemiologie
  • Sozialepidemiologie
  • Intensive Short Course (auch Modul 6/7)
  • Wahlangebote aus dem Master Public Health (maximal ein Angebot wählbar)

Projekt- und Masterarbeit

Die Masterarbeit ist wesentlicher Bestandteil des Master of Science in Epidemiologie und hat die Form einer selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit. Zeitlich ist sie aufgeteilt in eine Projektarbeit, die im Anschluss an die Grundlagenmodule statt findet. Nach der Schwerpunktphase wird das beim Zulassungs- und Prüfungsausschuss angemeldete Forschungsvorhaben als schriftliche Masterarbeit ausgearbeitet. Die mündliche Verteidigung der Masterarbeit bildet den Abschluss des Studiengangs. Während der Projekt- und Masterarbeit werden Studierende von Vertretern der Projekteinrichtung und des Studiengangs betreut. In den zwei Modulen werden 20 ECTS erarbeitet.

Modul 9: Projektarbeit

Die Projektarbeit vertieft durch die Anwendung an einem praktischen Forschungsvorhaben die in den vorangegangenen Modulen erarbeiteten theoretischen Kenntnisse. Sie ermöglicht Studierenden durch die Zusammenarbeit mit Wissenschafts- und Praxiseinrichtungen des Berliner und Brandenburger Gesundheitssektors, ihre künftigen Berufsfelder kennen zu lernen. Als Einführung in die Projektarbeit findet ein Jour Fixe statt, in dem Projektanbieter ihre Einrichtung und potentielle Forschungsthemen zur Auswahl stellen. Die Projektarbeit bietet Raum und Zeit das Forschungsvorhaben für die Masterarbeit zu ergründen.

Modul 10: Masterarbeit

In der schriftlichen Masterarbeit sollen die praktischen Forschungsvorhaben der Projektarbeit weiter umgesetzt und ausgearbeitet werden. Unter Einsatz von epidemiologischen Methoden soll eine Forschungsfragestellung selbstständig bearbeitet werden. Das Thema der Masterarbeit wird zum Schluss des Studiums mündlich verteidigt.

Zulassungs- und Prüfungsausschuss

Der Zulassungs- und Prüfungsausschuss ist für die Auswahl der zum Studium zugelassenen Bewerber und Bewerberinnen und für die Organisation und Wahrnehmung der durch die Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben zuständig. Studierendenvertreter der jeweiligen Jahrgänge nehmen beratend teil, haben aber kein Stimmrecht.

  • Prof. Dr. Dr. Tobias Kurth, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Public Health (Vorsitz)
  • Prof. Dr. Jacqueline Müller-Nordhorn, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Public Health
  • Prof. Dr. Ute Latza MPH, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • Dr. Nina Adelberger, MPH, CharitéUniversitätsmedizin Berlin für den Master Public Health
  • Dr. Christof Prugger, CharitéUniversitätsmedizin Berlin für den Master of Science in Epidemiology

Studierendenvertreter

Zur Förderung der Kommunikation und zur Sicherstellung der Transparenz bei Entscheidungsprozessen werden für jeden Jahrgang zu Beginn des Semesters Studierendenvertreter gewählt. Sie nehmen als Gäste an allen Gremiensitzungen (z.B. Zulassungs- und Prüfungsausschuss) teil.

Jahrgang WS 17 - 18

weiterbildender Master Public Health: Lorena Martinez Gamboa, Maria Franzke, Janina Schäfer

weiterbildender Master Epidemiologie: Alexander Bartel, Antonia Hilbig

Jahrgang WS 16 - 17

weiterbildender Master Public Health:Jasmin Kehr 

weiterbildender Master Epidemiologie:Marie Bolster, Sonja Garske