Der Master in Public Health

Der Studiengang vermittelt Forschungsmethoden, Kenntnisse und Fertigkeiten in Public Health.

Unsere Absolventen und Absolventinnen arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Referenten und Referentinnen oder Koordinatoren und Koordinatorinnen in verantwortlicher Position bei

  • Behörden,
  • Forschungseinrichtungen,
  • Standesvertretungen und
  • Einrichtungen der Selbstverwaltung.

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Der Masterstudiengang Public Health

  • Weiterbildende Masterstudiengänge richten sich an Absolvierende mit einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss und qualifizierter Berufserfahrung.
  • Der weiterbildende Studiengang Master of Public Health ist nach dem European Credit Transfer System modular mit 60 ECTS aufgebaut.
  • Der weiterbildende Master of Public Health wird in Modulform angeboten und umfasst 60 Leistungspunkte (ECTS) nach dem European Credit Transfer System und hat eine methodisch-wissenschaftliche Ausrichtung. 20 ECTS für die vier Pflichtmodule des Grundlagenstudiums, 20 ECTS für die vier weiterführenden Wahlpflichtmodule des Schwerpunktstudiums, und 20 ECTS für die selbständige wissenschaftliche Arbeit, die sich aus einer Projektarbeit, einer schriftlichen Masterarbeit und ihrer mündlichen Verteidigung zusammensetzt. Insgesamt müssen 10 Module absolviert werden.
  • Der Studiengang wird in Teilzeit über vier Semester absolviert. Der zeitliche Verlauf des Studiums kann entsprechend Ihren Bedürfnissen flexibel gestaltet werden. Der Studiengang beginnt jährlich Mitte Oktober und ist gebührenpflichtig (€10.200).
  • Es wird der akademische Abschluss "Master of Public Health" (MPH) verliehen.
  • Bewerbungen müssen bis zum 15. Mai des jeweiligen Jahres eingehen. Es stehen 40 Studienplätze zur Verfügung. Die Studiengangssprache ist Deutsch.

Was ist Public Health?

Public Health, auch Gesundheitswissenschaften genannt, beschäftigt sich in Praxis, Forschung und Lehre mit den Bedingungen für Gesundheit und der Bewältigung von Krankheit, soweit sie in der natürlichen, technischen und sozialen Umwelt der Menschen begründet liegen.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die gesundheitliche Lage einer Bevölkerung. Maßgeblich spielen das Gesundheitssystem, die Versorgungsstrukturen, die Finanzierung der Gesundheitsleistungen, politische und soziale Rahmenbedingungen und auch das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung eine Rolle. Public Health ist ein interdisziplinäres Fach, das durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen Lösungsansätze für die Verbesserung der gesamtgesellschaftlichen Gesundheitssituation erarbeitet. Die gegenwärtigen Aufgaben von Public Health bewegen sich in der Verbindung von Gesundheitsforschung, sozialer Medizin, Gesundheitssystem- und Versorgungsforschung und gesundheitsbezogener Technologiefolgenabschätzung.

Für Public Health werden epidemiologische Methoden eingesetzt, um auf Bevölkerungsniveau die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Bevölkerungsgruppe gesundheitsbezogen zu analysieren, die Systeme der gesundheitlichen Versorgung zu untersuchen, die Wechselwirkungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt zu betrachten, die sozialen Strukturen und gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen der Gesellschaft zu erforschen und die Umsetzung medizinische Erkenntnisse gesamtgesellschaftlich zu betrachten.

Public Health hat eine gesundheitsförderliche und krankheitsvermeidende Ausrichtung. Die interaktive Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen bietet Ansatzpunkte für ihre Umsetzung. Die Humanbiologie identifiziert und erkennt die Krankheiten unserer Zeit. Quantitative Disziplinen wie Epidemiologie und Statistik lassen uns über das Individuum hinaus die Ausbreitung der Krankheiten in Bevölkerungen und Risikogruppen erkennen. Die Sozialwissenschaften bieten Einblick in gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen, die den gesundheitlichen Zustand von Bevölkerungsgruppen mitbestimmen. Gesundheitsbezogene Verhaltensweisen und unterschiedliche Lebensstile können durch Disziplinen wie Psychologie weiter erklärt werden. Erziehungswissenschaften bieten Strategien um Wissen um Gesundheit und Public Health Konzepte wie 'Empowerment' in verschiedenen Bevölkerungsgruppen umzusetzen.

Public Health ist praxisorientiert. Es gehört zum Aufgabenkanon von Public Health, in die realen Verhältnisse zu wirken und diese zu beeinflussen und zu verändern. Dies kann durch die Übernahme von Managementfunktionen im Versorgungsbereich, die Mitarbeit auf politischer Ebene oder über die Erforschung, Evaluierung und Verbreitung gesundheitswissenschaftlicher Konzepte geschehen.

Aufbau des Studiums

Das Studium setzt sich aus einem Grundlagen- und einem Schwerpunktstudium, einer Projekt- und Masterarbeit zusammen. Im Rahmen des Schwerpunktstudiums gibt es Wahlmöglichkeiten. So können beispielsweise eine mit 2,5 ECTS bewertete Summerschool, ein Seminar aus Modul 8 oder ein Seminar aus dem Master of Science Epidemiology ein Seminar aus den Modulen 5, 6, 7 oder 8 ersetzen. Detaillierte Informationen finden Sie auch in der Broschüre "Studien-und Modulbeschreibung".

Die Studierenden belegen im Verlauf von 2 Jahren die 10 Module der Studienabschnitte und sind im Durchschnitt 20 Stunden die Woche durch eine Kombination aus Präsenzzeiten und Vor- und Nachbereitungszeiten (Student Investment Time, SIT) mit dem Studiengang beschäftigt. Präsenzzeiten finden unter der Woche im Wintersemester ab 14:30 Uhr statt, so dass parallel zum Studiengang einer halbtägigen beruflichen Beschäftigung nachgegangen werden kann. Im Sommersemester gibt es die Möglichkeit, einzelne Wahlmodule auch von 9:00-13:00 Uhr zu belegen.

Einige Wahlveranstaltungen finden auch geblockt oder am Wochenende statt. Die Wochentage mit Präsenzpflicht variieren jedes Semester, je nach belegtem Modul. Die beiden Studienjahre haben jeweils 900 Stunden SIT und beinhalten keine Semesterferien im herkömmlichen Sinn. Bei Bedarf kann die Regelstudienzeit von vier Semestern weiter ausgedehnt werden.  

Alle Lehrveranstaltungen tragen Seminarcharakter und sind neben der Wissensvermittlung darauf ausgerichtet, das Zusammenwirken von Studierenden unterschiedlicher Herkunftsdisziplinen zu fördern. Der Studiengang hat eine methodisch-wissenschaftliche Ausrichtung.

Die Studiengänge der BSPH sind universitär und vom Fakultätsrat der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, dem Medizinsenat und der Senatsverwaltung Berlin verabschiedet.

Grundlagenmodule

Der Master of Public Health beinhaltet vier Grundlagenmodule von jeweils 5 ECTS, die wichtige Kernkompetenzen in Public Health vermitteln. Die Grundlagenmodule sind Voraussetzung für die Teilnahme an weiterführenden Schwerpunktmodulen.

Modul 1: Grundlagen der Gesundheitswissenschaften

Sozialwissenschaftliche Theorien und Konzepte für Public Health, Determinanten von Gesundheit und Krankheit, Krankheitsbelastung von Bevölkerungen, Public Health-relevante Krankheitsbilder und deren Versorgung in den verschiedenen Krankheitsstadien. Ziele und Aufbau von Gesundheitssystemen exemplarisiert am deutschen System, Systemdreieck Bevölkerung – Kostenträger – Leistungserbringer; Versicherungsschutz und Ressourcenaufbringung

Modul 2: Epidemiologie I

Prinzipien epidemiologischer Forschung, epidemiologische Arbeitsmethoden (deskriptiv, analytisch, experimentell), Kriterien der Kausalität, Maßzahlen, epidemiologische Studientypen, Einführung in Fehlerquellen und Strategien zur Kontrolle von Confounding in epidemiologischen Studien.

Modul 3: Biostatistik I

Deskriptive Statistik, Schätzer, Konfidenzintervalle, Wahrscheinlichkeitsrechnung, diskrete und stetige Verteilungen, statistisches Testen und Testtheorie, Grundlagen der Zusammenhangsanalyse: Korrelations- und Regressionsanalyse, Varianzanalyse, Stichprobenverfahren, Fallzahlschätzung, Methoden und Techniken der Datenpräsentation. Einführung in die Datenverarbeitung mit geeigneter Software.

Modul 4: Grundlagen der Public Health Forschung

Quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden in den Sozialwissenschaften und Public Health. Phasen des Forschungsprozesses, Entwicklung von quantitativen und qualitativen Fragestellungen, Konzeptualisierung und Operationalisierung, quantitative und qualitative Erhebungsinstrumente und Studiendesigns, Stichprobenziehung und Feldphase, Ethik und Datenschutz, Datenmanagement in quantitativen und qualitativen Studien, Datenqualität, Ergebnisdarstellung und –Verwertung.

Schwerpunktmodule

Der Master of Public Health beinhaltet vier Schwerpunktmodule von jeweils 5 ECTS. Die Inhalte der Schwerpunktmodule vermitteln weiterführende Kompetenzen in spezialisierten Themenfeldern von Public Health. Eines der vier Schwerpunktmodule im Umfang von 5 ECTS ist als Wahlpflicht konzipiert und kann in Absprache mit der Studiengangskoordination aus anderen Studiengängen an anderen Hochschulen oder im Ausland absolviert werden.

Modul 5: Weiterführende Public Health Methoden

Eine Auswahl an Veranstaltungen zur Vertiefung von Methodenkenntnissen zur Evaluation, Qualitätssicherung, Evidenzbasierung und Wirtschaftlichkeit von Interventionen und Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen:

  • Evidence Based Medicine (EbM)
  • Statistische Analyse mit SPSS 

Modul 6: Gesundheitsversorgung und -Systeme

Das Modul vermittelt vertiefende Kenntnisse zur Gesundheitsversorgung und zum Gesundheitssystem unter Einbeziehung von Strukturen, Prozessen und Akteuren auf der Mikro-, Meso- und Makroebene:

  • Versorgungsforschung´
  • Gesundheitsförderung und Prävention

Modul 7: Determinanten von Gesundheit

Das Modul vermittelt Kenntnisse über soziale und Umweltdeterminanten in den Gesundheitswissenschaften, und den ethischen, sozialen und gesundheitspolitischen Implikationen von Public Health-Entscheidungen:

  • Umwelt, Gesundheit und Nachhaltigkeit
  • Sozialepidemiologie

Modul 8: Freie Wahl aus dem Lehrangebot der BSPH

Durch die freie Gestaltung des Moduls "Wahlpflicht" soll Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, eigene gesundheitswissenschaftliche Interessen durch Besuch gewählter Veranstaltungen in einem Umfang von 5 ECTS gezielt auszubauen. Die Veranstaltungen der BSPH sowie Public Health-relevante Masterangebote anderer Institutionen (z.B. Swiss School of Public Health, Uni Bielefeld, Uni München, Uni Mainz, etc.) stehen zur Verfügung. An anderen Institutionen belegte Module müssen vom Zulassungs- und Prüfungsausschuss der BSPH anerkannt werden.

  • Tuberkulose in Osteuropa (auch Modul 6/7)
  • Gesundheitsberichterstattung (auch Modul 5/6/7)
  • Gesundheitsmonitoring (auch Modul 5/7)
  • Module aus dem MSE

 

 

Projekt- und Masterarbeit

Die Masterarbeit ist wesentlicher Bestandteil des Master of Public Health und hat die Form einer selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit. Zeitlich ist sie aufgeteilt in eine Projektarbeit, die im Anschluss an die Grundlagenmodule statt findet. Nach der Schwerpunktphase wird das beim Zulassungs- und Prüfungsausschuss angemeldete Forschungsvorhaben als schriftliche Masterarbeit ausgearbeitet. Die mündliche Verteidigung der Masterarbeit bildet den Abschluss Studiengangs. Während der Projekt- und Masterarbeit werden Studierende von Vertretern der Projekteinrichtung und des Studiengangs betreut. In den zwei Modulen werden 20 ECTS erarbeitet.

Modul 9: Projektarbeit

Die Projektarbeit vertieft durch die Anwendung an einem praktischen Forschungsvorhaben die in den vorangegangenen Modulen erarbeiteten theoretischen Kenntnisse. Sie ermöglicht Studierenden durch die Zusammenarbeit mit Wissenschafts- und Praxiseinrichtungen des Berliner und Brandenburger Gesundheitssektors, ihre künftigen Berufsfelder kennen zu lernen. Als Einführung in die Projektarbeit findet ein Jour Fixe statt, in dem Projektanbieter ihre Einrichtung und potentielle Forschungsthemen zur Auswahl stellen. Die Projektarbeit bietet Raum und Zeit das Forschungsvorhaben für die Masterarbeit unverbindlich zu ergründen.

Modul 10: Masterarbeit

In der schriftlichen Masterarbeit sollen die praktischen Forschungsvorhaben der Projektarbeit weiter umgesetzt und ausgearbeitet werden. Unter Einsatz von gesundheitswissenschaftlichen Forschungsmethoden soll eine Forschungsfragestellung bearbeitet, mit dem theoretischen Hintergrund zusammengeführt, analysiert und selbständig dokumentiert werden. Das Thema der Masterarbeit wird zum Schluss des Studiums mündlich verteidigt.

Zulassungs- und Prüfungsausschuss

Der Zulassungs- und Prüfungsausschuss ist für die Auswahl der zum Studium zugelassenen Bewerber und Bewerberinnen und für die Organisation und Wahrnehmung der durch die Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben zuständig. Studierendenvertreter der jeweiligen Jahrgänge nehmen beratend teil, haben aber kein Stimmrecht.

  • Prof. Dr. Dr. Tobias Kurth, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Public Health (Vorsitz)
  • Prof. Dr. Jacqueline Müller-Nordhorn, CharitéUniversitätsmedizin Berlin, Institut für Public Health
  • Prof. Dr. Ute Latza MPH, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • Dr. Nina Adelberger, MPH, CharitéUniversitätsmedizin Berlin für den Master Public Health
  • Dr. Christof Prugger, CharitéUniversitätsmedizin Berlin für den Master of Science in Epidemiology

Studierendenvertreter

Zur Förderung der Kommunikation und zur Sicherstellung der Transparenz bei Entscheidungsprozessen werden für jeden Jahrgang zu Beginn des Semesters Studierendenvertreter gewählt. Sie nehmen als Gäste an allen Gremiensitzungen (z.B. Zulassungs- und Prüfungsausschuss) teil.

Jahrgang WS 17 - 18

weiterbildender Master Public Health: Lorena Martinez Gamboa, Maria Franzke, Beatrice Maria Schäfer

weiterbildender Master Epidemiologie: Alexander Bartel, Antonia Hilbig

Jahrgang WS 16 - 17

weiterbildender Master Public Health:Jasmin Kehr 

weiterbildender Master Epidemiologie:Marie Bolster, Sonja Garske